Shopify-Alternative B2B: Warum Shopify teuer wird
Shopify kann B2B — Apps, Plus-Tarif und Agentur machen es trotzdem teuer. Die 5 Kostenfallen, die 3-Jahres-Rechnung und wann eine Alternative passt.
B2B-Commerce · Vergleich
Was Shopify im B2B wirklich kostet
Fünf Kostenfallen zwischen dem 33-€-Versprechen und Shopify Plus — und die Rechnung, die über drei Jahre gestellt wird.
33 € im Monat. Mit dieser Zahl wirbt Shopify, und sie stimmt — für den Basic-Tarif eines D2C-Shops. Wer im B2B Geschäftskunden bedienen will, Staffelpreise fahren und Rechnungen nach deutschem Recht schreiben muss, startet bei derselben Zahl und landet woanders: bei App-Abos, einem Agentur-Setup und irgendwann bei einem Tarif, der das Sechzigfache des Einstiegspreises kostet.
In Demo-Gesprächen hören wir den Satz fast wöchentlich: „Wir haben schon mit Shopify geliebäugelt, das Abo ist ja überschaubar." Stimmt. Das Abo war noch nie das Problem.
Die kurze Antwort
Shopify kann B2B — seit Frühjahr 2026 sogar auf allen Tarifen: Firmenkunden-Profile, Zahlungsbedingungen, Staffelpreise, Selbstbestellung für Geschäftskunden. Teuer wird es nicht am Abo, sondern drumherum: Apps für deutsche Steuern und E-Rechnungen, der Sprung zu Shopify Plus (~2.100 €/Monat), sobald du mehr als drei Preis-Kataloge brauchst, ein Agentur-Setup ab ~20.000 € und ein Aufschlag von 0,6 bis 2 % auf Zahlungen über externe Anbieter. Über drei Jahre kommt ein ernsthaftes B2B-Setup so schnell in sechsstellige Regionen — während die Werbung weiter mit 33 € rechnet.
Was Shopify 2026 im B2B kann — und wo es eng wird
Fair first: Die B2B-Lücke, die Shopify jahrelang hatte, ist geschlossen. Company-Profile für Geschäftskunden, Zahlungsbedingungen statt Vorkasse, Preis-Kataloge mit Staffelpreisen je Firma, Self-Service-Bestellung — alles nativ, auf jedem Tarif. Wer einen einfachen B2B-Shop mit einer Handvoll Preislisten fahren will, bekommt das heute ohne Plus-Abo.
Die Grenze steht in derselben Zeile: bis drei aktive Kataloge. Ein Katalog ist bei Shopify im Kern ein Preisverzeichnis für eine Gruppe von Firmenkunden. Großhandel, Fachhandel, Export, Key-Accounts — spätestens bei der vierten Preisstruktur ist Schluss, dann heißt die Antwort Shopify Plus. Shopify hat die B2B-Lücke der letzten Jahre geschlossen. Die Preislücke nicht.
Warum das im deutschen Mittelstand trotzdem selten bei drei Katalogen bleibt — fünf Posten, die jeder für sich klein wirken und zusammen die eigentliche Rechnung schreiben.
Grund 1: Deutsches Recht läuft über den App-Store
Shopify ist ein kanadisches Unternehmen mit internationalem Fokus. Deutsche Umsatzsteuer-Regeln, Rechtstexte, DSGVO-Details und ab 2027 die Pflicht zu maschinenlesbaren E-Rechnungen — nichts davon kommt nativ. Das läuft über Apps aus dem Store, jede mit eigenem Hersteller, eigenem Release-Zyklus, eigenem Abo.
Keine dieser Apps ist teuer. 10, 20, 50 € im Monat. Aber sie addieren sich, und jede bringt eine Abhängigkeit mit: Eine App ändert ihr Datenmodell, eine andere ist mit der ersten nicht getestet, und die Rechnung, die dein Steuerberater prüft, hängt an dieser Zusammenschaltung. Bei der E-Rechnungs-Pflicht wird aus einem Convenience-Thema ein Finanzwesen-Thema — dann willst du nicht raten, ob das Steuer-Plugin mit dem B2B-Plugin konsistent rechnet.
Grund 2: Mehr als drei Kataloge heißt Shopify Plus
Der Sprung kommt nicht schleichend, sondern als Stufe: von rund 33 € (Basic) auf rund 2.100 € im Monat — der Plus-Listenpreis, Jahresabrechnung vorausgesetzt. Nicht weil du mehr Server brauchst, sondern weil deine Preisstruktur vier Kataloge hat.
Das ist der Moment, in dem aus „überschaubarem Abo" ein Posten wird, den der Geschäftsführer unterschreibt. Und die Stufe löst keines der anderen Probleme: Apps, Setup und Betrieb bleiben, sie werden nur teurer betreut.
Grund 3: Der Aufbau gehört dir — oder deiner Agentur
Shopify liefert die Plattform, nicht den fertigen B2B-Shop. Theme, Workflows, App-Auswahl, Steuer-Konfiguration, Schnittstellen zu Warenwirtschaft und Versand — das konfiguriert jemand, der sich auskennt. Im Mittelstand liegt ein B2B-fähiges Shopify-Setup bei Agenturen selten unter 20.000 €, mit Plus-Tarif und individuellen Anbindungen schnell deutlich darüber.
Danach bleibt der Shop dein Projekt. Nicht weil Shopify unfertig wäre, sondern weil ein Shop-System per Definition ein Bauwerk ist, das jemand bewohnt und instand hält. Die Frage ist nur, ob das deine Aufgabe sein soll.
Grund 4: Kleine Prozente, große Summen
Wer nicht mit Shopify Payments zahlt, sondern einen externen Zahlungsanbieter nutzt, zahlt einen Plattform-Aufschlag von 0,6 bis 2 % auf die Bestellung. Klingt nach Rundungsfehler. Bei 300.000 € Jahresvolumen, die über externe Gateways laufen, sind es 1.800 bis 6.000 € im Jahr — für die Erlaubnis, einen anderen Zahlungsanbieter zu nutzen.
Dazu kommt die Skalierungslogik aus Grund 2: Jedes Wachstum, das mehr Kataloge oder tiefere B2B-Prozesse braucht, mündet in Plus. Wachstum bestraft dich mit einem Tarifsprung, statt es einfach zu schlucken.
Grund 5: Der Betrieb bleibt dein Projekt
App-Updates, Theme-Pflege, Schnittstellen, die Frage „wer kennt dieses System in drei Jahren noch" — bei einem Shop-System liegt die Betriebsverantwortung bei dir, deiner Agentur oder deiner IT. Das ist kein Shopify-Defizit, es ist das Geschäftsmodell einer Plattform: Sie stellt die Basis, du stellst den Betrieb.
Praktisch heißt das: ein Wartungs-Retainer oder gebundene Arbeitszeit deiner Leute, jedes Jahr. In Gesamtkostenrechnungen taucht dieser Posten selten auf, weil er verteilt ist — auf App-Rechnungen, Agenturstunden und Abenden, an denen das Update nicht durchlief.
Die Rechnung über drei Jahre
Szenario aus unseren Beratungsgesprächen: 40 feste Geschäftskunden, 3 Kundengruppen mit eigenen Preislisten, Staffelpreise, Bestellung auf Rechnung, rund 3.000 Bestellungen im Jahr.
| Position | Shopify (B2B-realistisch) | Kontorly Business |
|---|---|---|
| Abo | Plus ab ~2.100 €/Monat | 449 €/Monat |
| Setup | Agentur ab ~20.000 € | 0 € — im Browser eingerichtet |
| Apps für deutsches Recht | laufend, je nach Stack | nativ inklusive |
| Zahlungen | Stripe plus 0,6–2 % Plattform-Aufschlag | Stripe-Standard, kein Aufschlag |
| Drei Jahre gesamt | ~95.600 €+ (Abo + Setup, ohne Apps) | 16.164 € |
Mit Basic und einem Katalog fährst du günstiger als jede Zeile hier — nur eben ohne mehrschichtige Preislogik. Die Rechnung dreht genau dann, wenn B2B ernst wird: mehr Kundengruppen, Rechnungskauf, E-Rechnung, kein deutsches Recht über Umwege. Wer die Zahlen im Detail nachvollziehen will, findet die vollständige Aufschlüsselung mit allen vier Wegen in Was kostet ein B2B-Onlineshop?
Wann Shopify trotzdem passt — und wann nicht
Diese Rechnung ist kein Verdict. Shopify ist eine starke Wahl, wenn dein Schwerpunkt D2C ist und B2B ein Anhang mit maximal drei Preislisten. Wenn du international verkaufst und vom App-Ökosystem profitierst. Wenn du Shopify Plus im Budget hast und eine Agentur, die den Shop kennt und pflegt. Dann funktioniert das Modell, gegen das hier nichts einzuwenden ist.
Wenn dein Geschäft aber deutsch, B2B-first und mittelständisch ist — Geschäftskunden mit eigenen Preisen, Rechnung statt PayPal, Staffelpreise als Kern der Vertriebslogik —, brauchst du ein System, bei dem das der Kern ist und nicht der Anbau. Kontorly ist eine deutsche B2B-E-Commerce-Plattform (SaaS) für Onlineshops mit Staffelpreisen, Kundengruppen und direkten Bestellungen von Geschäftskunden. Made in Germany, aus Hamburg. Staffelpreise, Kundengruppen und E-Rechnungen sind ab dem ersten Tag nativ dabei — kein App-Stack, kein Agentur-Setup, keine Beteiligung an deinem Umsatz.
Den vollständigen Vergleich zwischen Shop-System und SaaS-Service — Features, Betrieb, Abhängigkeiten — haben wir auf einer Seite zusammengestellt: Die Shopify B2B Alternative im Detail
Ob das Modell zu deinem Geschäft passt, siehst du in 30 Minuten: Demo buchen — kostet nichts, verpflichtet zu nichts. Anders als Basic im B2B-Einsatz.
FAQ
Kann Shopify Staffelpreise und Kundengruppen abbilden?
Ja, seit Frühjahr 2026 nativ und auf allen Tarifen: Firmenkunden-Profile, Zahlungsbedingungen und Preis-Kataloge mit Staffelpreisen je Firma. Die Grenze liegt bei drei aktiven Katalogen — brauchst du eine vierte Preisstruktur, führt der Weg zu Shopify Plus (~2.100 €/Monat).
Welche Alternativen zu Shopify gibt es für B2B?
Drei Richtungen: Shopware ab der Evolve-Stufe (2.400 €/Monat plus Agentur), WooCommerce (0 € Lizenz, B2B als Plugin-Stack) oder eine deutsche B2B-SaaS-Plattform wie Kontorly — Staffelpreise, Kundengruppen und E-Rechnungen nativ, 249 bis 1.299 €/Monat ohne Agentur. Den ausführlichen Vergleich haben wir auf der Shopify-B2B-Alternative-Seite zusammengestellt.
Kann ich von Shopify zu einer Alternative wechseln?
Ja. Produkte, Kunden und Preislisten exportierst du aus Shopify als CSV und importierst sie in die neue Plattform — bei Kontorly gehört der Produkt-Import zum Einstieg. Zeit einplanen solltest du für die Preislogik je Kundengruppe und offene Bestellungen zum Wechselzeitpunkt.
Preise Stand August 2026: Shopify-Listenpreise (Basic ~33 €, Plus ab ~2.100 €/Monat) laut shopify.com/de/preise; Agenturspannen aus Branchenauswertungen (u. a. Ostend Digital); Transaktionsaufschläge laut Shopify-Preisseite. Kontorly: Starter 249 €, Business 449 €, Enterprise ab 1.299 € im Monat, keine Beteiligung am Umsatz. Prüfe aktuelle Preise vor deiner Entscheidung.

Über den Autor · Jonas Czolbe
Jonas Czolbe ist Co-Founder von Kontorly. Vor Kontorly hat er über zehn Jahre lang Onlineshops geplant, gebaut und betreut — über 50 Projekte in Magento, WooCommerce, Shopify und Shopware.
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